Eine gute Geschichte: Vom Burnout zum Buch

Es gibt ein Leben nach dem Burnout: Milena Glimbovski, Jan Lenarz; Foto: Birte Filmer

Das wichtigste Buch in deinem Leben sollte über dein Leben sein

Es ist Anfang 2015 und die Diagnose lautet Burnout. Jan Lenarz ist zwar nicht überrascht, aber es so schwarz auf weiß zu sehen, fühlt sich dennoch komisch an. Die Therapie läuft gut. Einsichten, besonders zu seiner ungesunden Einstellung zu Arbeit, lassen nicht lange auf sich warten. Er beginnt eine dreimonatige Reise um seine schädlichen Glaubenssätze radikal zu hinterfragen und durch neue, positive zu ersetzen. Das ist an Badestränden sicher etwas einfacher, aber eins ist klar: Er muss bald wieder zurück in sein altes Leben aus hektischer Startup-Welt und unerfüllenden Designaufträgen. Da Jan vor seiner Reise seine Wohnung gekündigt hat, zieht er kurzerhand zu seiner guten Freundin Milena Glimbovski. Sie scheint gerade in die Phase zu gleiten, in der Jan vor einigen Monaten steckte. Aber ihre Burnout-Anzeichen sind keine depressiven Verstimmungen, sondern waschechte Panikattacken. Als er sie eines Abends aus der psychischen Notaufnahmen abholt, ist klar: So kann es nicht weitergehen. Wie kann es sein, dass junge Menschen, die scheinbar beruflichen Erfolge feiern und für ihre Bemühungen viel positive Aufmerksamkeit erfahren, so von ihrer Arbeit zerstört werden?

„Ich dachte, Burnout kann mich nicht betreffen, das passiert ja nur karriereorientierten Manager*innen. Aber ich habe mich wie ein Smartphone behandelt: so viel leisten, wie möglich und nach einer Weile Batterien aufladen, dann geht das schon. Aber so ging es offensichtlich nicht.“
– Jan Lenarz

Es folgen viele Gespräche über ungesunde Denk- und Verhaltensweisen und die Ansprüche ans eigene Leben werden schonungslos hinterfragt. Sie stellen schnell fest: So wie ihnen geht es vielen Menschen in ihrem Umfeld. Burnout-Anzeichen sehen sie bei anderen nun ständig und wissen, dass die Konsequenzen dieser emotionalen Erschöpfung alles andere als harmlos sind, aber in der Gesellschaft völlig runtergespielt werden. Noch immer wird die Selbstausbeutung gerade in der Gründer*innen-Szene glorifiziert: Wer viel arbeitet, brennt für das eigene Projekt und hat eine Bestimmung gefunden. Eine fatale Einstellung.

Dass es nach wenigen Jahren schon 250.000 achtsame Nutzer*innen geben wird, war zu Beginn unvorstellbar

Jan und Milena schwören sich, aufeinander aufzupassen und überlegen, wie sie ihre Erkenntnisse über Burnout und mentale Probleme mit anderen teilen können. Was sicher ist: Das Ganze ist ein sehr komplexes Thema. Ein paar gut gemeinte Ratschläge zu Stressvermeidung können nicht die Lösung sein. Eigentlich müsste man sich regelmäßig mit der eigenen psychischen Verfassung beschäftigen und täglich in sich horchen, ob man auf die eigenen Bedürfnisse achtet. Die Idee: Ein Terminkalender, den man jeden Tag bei sich trägt.

„Achtsamkeit und Stressvermeidung sind die Themen unserer Generation, die gelernt hat, immer härter zu arbeiten und sich zu optimieren, aber eben nicht auf sich aufzupassen.“
– Milena Glimbovski

Nun ist es Mitte 2015 und die Idee, eine Art Planer zu entwickeln, mit dem man sich ehrlich und schonungslos mit sich selbst befasst, wird konkret. Und es ist klar, dass ihre Version von Selbstreflexion nicht so bieder und belehrend daherkommen muss, wie viele Ratgeber das bisher taten. Und ganz wichtig: Ohne Anspruch, die perfekte Lösung für alle gefunden zu haben; ganz nach dem Motto „Wir wissen auch nicht, was gut für dich ist. Aber wir können dir vielleicht helfen, es herauszufinden.“

Ikone der Achtsamkeit in Deutschland

Das Problem ist: Wer sich gerade durch einen Burnout gekämpft hat, sollte vielleicht nicht als Erstes eine neue Firma mit noch mehr Arbeit und Verantwortung gründen. Es fällt also die Entscheidung, nur eine kleine Auflage für das eigene Netzwerk zu drucken. Keine neue Firma, keine Investor*innen und auch kein Eigenkapital. Da das Konzept so neu und ungewöhnlich ist, sollen andere entscheiden, ob es etwas taugt. Jan und Milena drehen innerhalb weniger Stunden ein Crowdfunding-Video und starten die Kampagne auf Startnext. 15.000 Euro für 600 Bücher werden benötigt, die Laufzeit beträgt 30 Tage. Ob die Idee Erfolg haben wird: völlig unklar. Bis sie auf den „Veröffentlichen“-Button drücken. Wenige Stunden später ist Ein guter Plan von der Crowd bereits komplett finanziert. Mehr als das: Am Ende kommen knapp 200.000 Euro zusammen, 12.000 Bücher sind vorbestellt, 1.200 % Überfinanzierung, die erfolgreichste deutsche Crowdfunding-Kampagne bis dato. Uff.

Fernsehen, Feuilleton und Fame für Finanzierung

Das Medien-Echo ist enorm. Jan ist fast täglich in irgendeinem Radio-Interview zu hören, jeden Tag erscheinen Interviews in Zeitungen. Die Tonalität: Zwei junge Gründer*innen haben das Thema Achtsamkeit nach ihrem Burnout so praxisbezogen und nahbar in ein innovatives Konzept gegossen, dass es verwundert, warum das vorher noch niemand gemacht hat. Für viele Menschen gilt dieser Produktstart als der eigentliche Beginn der Achtsamkeitseuphorie in Deutschland.

„Für uns war es von Anfang an wichtig, dass Achtsamkeit kein seichter Wellnesstrend, sondern unter anderem knallharte politische Verweigerungshaltung ist. Denn wenn man sich so akzeptiert, wie man ist, konsumiert man weniger und kann den Trend zur Selbstoptimierung gelassen ignorieren.“
– Jan Lenarz

Sofort nach der Kampagne fragt eine große Verlagsgruppe an, ob sie das Buch übernehmen können. Eigene Büros, Ghostwriter, Vorschüsse und auch sonst alles, was gewünscht ist, wird angeboten. Jan und Milena ist klar: Wenn Branchengrößen das Konzept so dringend haben wollen, sollten sie ihre Hemmungen, keine neue Firma zu starten, gründlich überdenken. Und das tun sie. Ein guter Verlag wird gegründet. Jan stellt mit sofortiger Wirkung alle anderen Projekte ein, sagt alle Designaufträge ab und widmet sich fortan nur noch diesem kleinen Buch, welches scheinbar so vielen Menschen genau das gibt, was Jan und Milena vor einem Jahr gebraucht hätten: Eine Anleitung zu schonungsloser Selbstreflexion und praxisbezogene Tipps für Burnout-Prävention und Achtsamkeit.

Unsere Crowdfunding-Videos als Symbol, dass wir das Thema eher heiter angehen

Vorreiter in Kund*innen-Nähe und Nachhaltigkeit

Die ersten Mitarbeiter*innen kommen dazu, die Umsätze verdoppeln sich Jahr für Jahr bis Ein guter Plan aus keiner Buchhandlung mehr wegzudenken ist. Dennoch verfolgen Milena und Jan eine konsequente Fokussierung auf den eigenen Onlineshop, auch wenn Berater*innen das konstant als großen Fehler bezeichnen. Schließlich kann sich kaum ein Verlag über den Eigenvertrieb finanzieren. Aber die Kund*innen sehen das anders. Bei guten, kleinen Firmen wird anscheinend sehr gerne direkt bestellt.

Dank guten Umsätzen ist Ein guter Verlag schnell unabhängig von Großhandel und Amazon. Therapeut*innen empfehlen die Planer immer öfter zur Therapiebegleitung und Burnout-Prävention. Der Verlag beginnt mit politischer Arbeit, das Stigma mentaler Erkrankungen in der Gesellschaft aufzubrechen: Petitionen, Aufklärungskampagnen und Vorträge ergänzen die Arbeit. Das Feedback von Kund*innen wird mit jeder Neuauflage konsequent umgesetzt, die Nähe zur Zielgruppe wird auf Branchentreffen immer wieder als Paradebeispiel für gute Kommunikation gelobt.

„Milena Glimbovski und Jan Lenarz sind die Wunderkinder der Verlagsbranche.“
– Karla Paul; Buchkolumne, ARD

Und auch ökologisch geht Ein guter Verlag neue Wege: Die Umstellung auf nachhaltige Materialien wie Altpapier, vegane Leime, der Verzicht auf Folienverpackung, der Einsatz von Pflanzenfarben und die klimaneutrale Produktion werden konsequent zu Ende gedacht; Maßnahmen, die den großen Verlagen zeigen, dass ökologische Buchdruckkunst und finanzieller Erfolg kein Widerspruch sind.

Viel umweltfreundlicher kann man ein Buch kaum drucken

Die Bemühungen werden 2020 mit der Nominierung zum Deutschen Nachhaltigkeitspreis Design auch von einer Fachjury anerkannt. Die eigens entwickelten Siegel wie Veganes Buch und Frei von Folie setzen neue Maßstäbe in der Branche. Dass ökologische Bemühungen keinen Abstrich in der gestalterischen Qualität bedeuten müssen, zeigen die vielen Designpreise: Red Dot Design Award 2017, German Design Award 2021, Eco Design Award 2021 und die Nominierung für Die schönsten Deutschen Bücher 2020 zeigen: Ein guter Plan ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch schön.

Wertschätzung statt Wachstum

Was vor wenigen Jahren mit einer kleinen Idee aus Eigenbedarf begann, ist heute die beliebteste und ökologischste Marke für Achtsamkeit in Deutschland. Damit sind alle Erwartungen um ein Vielfaches übertroffen. Das neue Ziel lautet: den Erfolg wertschätzen und weiter gute Arbeit leisten, ohne sich selbst oder das Konzept auszubeuten. Viele Produktideen werden bewusst nicht umgesetzt, internationale Märkte bewusst nicht erschlossen und Wachstum bewusst nicht fokussiert. Es folgt eine Sortimentsergänzung hier und da, aber kein Wachstum um jeden Preis.

Alle Produkte findest du im Onlineshop.
Ausführliche Interviews findest du im Pressebereich.


Ein gutes Team

Gute Ideen muss man auch gut umsetzen. Ohne diese Menschen wäre Ein guter Verlag nicht das, was er heute ist.


Jan – Gründer, Geschäftsführer
Jan hatte die Idee zu Ein guter Plan, führt das operative Geschäft, entwickelt Strategien, schreibt unsere Bücher und Newsletter, entwickelt neue Produkte, steht im konstanten Austausch mit unseren Nutzer*innen und ist für die Gestaltung von Ein guter Plan verantwortlich. Der mehrfach ausgezeichnete Designer und Autor engagiert sich außerdem politisch für unsere Kernthemen Achtsamkeit, Burnout-Prävention und Nachhaltigkeit in der Verlagsbranche.


Milena – Gründerin, Geschäftsführerin
Damit sie sich auf ihren Unverpacktladen Original Unverpackt konzentrieren kann, ist Milena für uns inzwischen zwar eher beratend tätig, aber sie ist immer für uns da, wenn wir sie brauchen. Kaum ein Mensch hat so viel Ahnung von Sozialunternehmertum und Strategie, wie Milena. Dass sie zur Berliner Unternehmerin des Jahres gekürt wurde, verwundert niemanden. Wir sind stolz, dass die Ikone der Zero Waste-Bewegung uns zur Seite steht.


Thomas – Prokurist, Projektleiter
Man kann es nicht anders sagen: Ohne Thomas läuft bei uns gar nichts. Unser erster Mitarbeiter, damals noch als Aushilfe zum Packen eingestellt, ist nicht ohne Grund jetzt vertretungsberechtigter Prokurist mit voller Handlungsfreiheit. Thomas hat unseren Vertrieb im Alleingang aufgebaut, kümmert sich um alle Deadlines, die komplette Druckabwicklung, Distribution und Logistik und erledigt scheinbar nebenbei noch zehntausend andere Sachen. Das geht nur mit viel Gelassenheit und Optimismus und davon hat Thomas reichlich.


Desirée „Desi“ – Head of Design
Unsere Designerin Desi ist schon seit dem Start 2015 bei uns und ist ein wahres Bollwerk an Kreativität und Zuverlässigkeit. Desi ist einfach immer für uns da, weiß immer eine technische Lösung für ein Problem, kann wirklich jede Idee umsetzen, jedes Medium bedienen und haut mühelos Fotos, Gifs, Illustrationen, sogar eigene Schriften und komplett gesetzte Bücher in Rekordzeit raus. Ohne Desi hätten wir nicht annähernd das geschafft, was wir in den letzten Jahren geschafft haben. Unser unersetzbarer Anker im Design-Wahnsinn!


Julia „Juju“ – Head of Marketing
Juju leitet unser Marketing seit 2019 und oft hört man sie „Gern für Sie da! mit sarkastischem Unterton sagen. Aber sie meint es wirklich so und ist tatsächlich gerne für uns da. Sie hat mit ihrem unverwechselbaren Stil aus Fachwissen und schlicht genialen Ideen Ein guter Plan innerhalb eines Jahres eine so imposante Frischzellenkur verpasst, dass wir immer wieder staunen, wie viel Mut und Kreativität in eine Person passen. Juju schreibt Postings und Ads, organisiert Freelancer*innen und Shootings und hat auch sonst alles, was im weitesten Sinne mit unserer Außenwirkung zu tun hat, in ihren zutätowierten Händen.


Franziska „Franzy“ – Projektleiterin
Franzy unterstützt den Verlag seit 2019 auf vielfältige Weise. Kund*innenservice, Vertrieb, Projektleitung, Controlling und App-Pflege: kein Bereich in den sie nicht mit entspannter Leichtigkeit Ruhe, Klarheit und Struktur bringt. Franzy hält scheinbar mühelos alle losen Fäden im Verlag zusammen und lässt sich von keinem Problem beeindrucken.


Axinja „Axi“ – Assistenz der Geschäftsführung
Klar kann man über Axi sagen, dass sie der Sonnenschein des Verlags ist, aber das würde nicht annähernd ausreichend beschreiben, warum Axi unser Verlagsleben so viel besser macht. Axi ist nicht nur der erste Mensch, der es geschafft hat, Ordnung in unsere Unterlagen bringen, inzwischen kümmert sie sich auch mit so viel Liebe um Team-Events, Büro-Einrichtung und Abläufe, dass wir jeden Tag erneut fasziniert sind, wie viel Herzblut jemand in die unscheinbarste Aufgabe stecken kann.


Lis – Psychologin
Lis ist seit 2019 unsere Hauspsychologin und achtet darauf, dass das, was wir veröffentlichen auch Hand und Fuß hat. Sie schreibt Postings und Blogartikel, recherchiert Quellen und Studien, entwickelt Techniken und berät uns zu allen psychologischen Themen. Dabei kommt ihr ihre große Erfahrung beim Thema Achtsamkeit zugute, zu dem sie sogar klinische Forschungen im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Arbeit durchgeführt hat.


Katja – Buchhaltung, HR

Katja unterstützt uns seit 2016 in allen Steuerbelangen. Ihre unglaublich große Erfahrung in allen finanziellen Bereichen fasziniert uns täglich aufs Neue. Es gibt kein Problem, dass sie nicht innerhalb kurzer Zeit in den Griff bekommt. Unser Fels in der Buchhaltungs-Brandung!


Michaela – App-Developerin
Michaela hat unsere App entwickelt und programmiert diese im Alleingang parallel für zwei Plattformen. Technisch versiert fallen ihr immer die besten Lösungen für eine Herausforderung ein und jeden unserer ungewöhnlichen Wünsche setzt sie mit Leichtigkeit in funktionalen Code um und kümmert sich stetig um Updates.


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